Ezidische Familien im Shengal leben noch immer mit den Folgen von Krieg und Vertreibung. Erfahre, warum deine Unterstützung jetzt entscheidend ist.

Ein vergessenes Kapitel – und eine Gemeinschaft, die weiterkämpft

Der Genozid an den Ezid:innen im Jahr 2014 hat die Welt kurz erschüttert – aber für die Menschen im Sengal-Gebiet (Sinjar) ist er bis heute Realität. Viele ezidische Familien leben noch immer in zerstörten Dörfern oder notdürftigen Unterkünften. Häuser, Schulen, Felder, Straßen – vieles wurde vernichtet oder dauerhaft beschädigt.

Während andere Krisen in den Medien präsenter sind, gehört das Schicksal der Ezid:innen zu den Konflikten, die leicht in Vergessenheit geraten. Genau das macht gezielte Unterstützung so wichtig: Ohne langfristige Hilfe bleiben ganze Familien in einem Zustand zwischen Überleben und Stillstand gefangen.

Was ezidische Familien im Alltag wirklich brauchen

Wenn von „Hilfe“ die Rede ist, denken viele zuerst an Nahrungspakete und Notfallversorgung. Doch ezidische Familien brauchen heute vor allem etwas anderes: Stabilität, Struktur und langfristige Perspektiven.

Zu den zentralen Bedürfnissen gehören:

1. Sauberes Wasser und funktionierende Infrastruktur

Ohne sauberes Wasser, funktionierende Sanitäranlagen und eine grundlegende Energieversorgung kann kein Dorf dauerhaft bewohnbar bleiben. Viele ezidische Familien müssen große Strecken zurücklegen, um Trinkwasser zu bekommen – oder sind auf unsichere Quellen angewiesen. Infrastrukturprojekte wie Brunnen, Leitungen, Kleinkläranlagen oder kleine Solaranlagen sind deshalb keine „Extras“, sondern die Basis für ein würdiges Leben.

2. Bildung für Kinder und Jugendliche

Kinder, die Krieg, Flucht und Vertreibung erlebt haben, brauchen mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Sie brauchen einen sicheren Ort, an dem sie lernen, spielen und ein Stück Normalität erleben können. Schulen sind dafür entscheidend: Sie geben Struktur, Zukunftsperspektiven und das Gefühl, dass sich das Leben weiterentwickeln kann.

Wenn Klassenräume eingerichtet, Schulmaterialien verteilt und Lehrer:innen unterstützt werden, verändert sich mehr als nur der Stundenplan. Bildung ist der Schlüssel dafür, dass die nächste Generation nicht in ständiger Abhängigkeit von externer Hilfe aufwachsen muss.

3. Eigene Einkommensquellen statt jahrelanger Abhängigkeit

Viele ezidische Familien haben durch Vertreibung und Zerstörung ihre Lebensgrundlage verloren: Felder, Vieh, kleine Geschäfte. Hilfsprojekte, die beim Aufbau von Kleinstbetrieben, Landwirtschaft oder Handwerk helfen, sind deshalb enorm wichtig. Sie ermöglichen es Familien, wieder eigenes Einkommen zu erzielen – und damit selbstbestimmt über ihr Leben zu entscheiden.

Nach Jahren der Unsicherheit ist genau das der Unterschied zwischen „überleben“ und „leben“.

Warum gezielte Hilfe im Sengal so viel bewirken kann

Im Vergleich zu großen, globalen Krisen wirkt der Sengal auf viele Menschen weit weg und klein. Doch genau das ist ein Vorteil: Gezielte Hilfe kommt hier oft direkter an und macht spürbar mehr Unterschied.

  • Schon vergleichsweise kleine Beträge können helfen, eine Schule auszustatten, Wasserleitungen zu reparieren oder Familien beim Aufbau eines kleinen Geschäfts zu unterstützen.
  • Projekte können gemeinsam mit Menschen vor Ort geplant werden – sie wissen am besten, was wirklich gebraucht wird.
  • Jede Spende stärkt nicht nur die Infrastruktur, sondern auch das Vertrauen der Menschen, dass sie nicht vergessen wurden.

Statt anonymer Massenprogramme geht es im Sengal ganz konkret um Dörfer, Schulen, Familien – mit Gesichtern und Geschichten.

Die besondere Situation der Ezid:innen

Die ezidische Gemeinschaft hat eine Jahrtausende alte Tradition und Kultur. Gleichzeitig ist sie eine religiöse Minderheit, die über Generationen immer wieder Verfolgung erlebt hat. Genau das macht ihre Lage so verletzlich: Wenn Dörfer, heilige Stätten und soziale Strukturen zerstört werden, geht nicht nur materieller Besitz verloren, sondern auch ein Teil kollektiver Identität.

Unterstützung für ezidische Familien bedeutet deshalb immer auch:

  • Schutz einer bedrohten Gemeinschaft,
  • Anerkennung des erlittenen Unrechts,
  • ein Signal: Ihr werdet nicht vergessen.

Wie du ezidische Familien konkret unterstützen kannst

Viele Menschen würden gerne helfen, wissen aber nicht wie. Genau hier setzt ein spezialisiertes Hilfswerk an: Es bündelt Spenden, organisiert Projekte vor Ort und sorgt dafür, dass Hilfe dort ankommt, wo sie am meisten gebraucht wird.

Typische Formen der Unterstützung sind zum Beispiel:

  • Einmalspenden für akute Bedarfe wie Infrastruktur, Ausstattung oder Reparaturen,
  • regelmäßige Spenden, um Projekte langfristig planbar zu machen,
  • Projektpatenschaften, z. B. für eine Schule, ein Wasserprojekt oder einkommensschaffende Maßnahmen,
  • ehrenamtliches Engagement oder Vernetzung, um Aufmerksamkeit auf die Situation der Ezid:innen zu lenken.

Jede Unterstützung – ob finanziell oder ideell – trägt dazu bei, dass ezidische Familien im Sengal eine echte Chance auf einen Neubeginn bekommen.

Fazit: Deine Hilfe macht den Unterschied

Die Lage ezidischer Familien im Sengal ist das Ergebnis eines Genozids – aber ihre Zukunft muss nicht aus Leid und Perspektivlosigkeit bestehen. Mit gezielter, kluger und langfristiger Unterstützung können Dörfer wieder aufgebaut, Schulen gefüllt und Lebensgrundlagen erneuert werden.

Wenn du ezidische Familien unterstützen möchtest, ist jetzt der richtige Moment:

Je mehr Menschen hinschauen und handeln, desto kleiner wird die Gefahr, dass dieses Kapitel der Geschichte erneut im Stillen weitergeht.

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Unterstütze unsere Projekte für ezidische Familien im Sengal – mit einer einmaligen Spende oder einer regelmäßigen Unterstützung. Jede Hilfe bringt Familien einen Schritt näher an ein sicheres, würdiges Leben.

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