
Am 30. August 2026 wurde das Ezidische Hilfswerk beim großen ökumenischen Gottesdienst im Rahmen des NRW-Tages in Münster durch unser Mitglied Ismet Nokta vertreten.
Vor rund 2.000 Besucherinnen und Besuchern sprach Ismet Nokta über den ezidischen Glauben, Toleranz, gegenseitigen Respekt und das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften.
In seiner Ansprache betonte er, dass der Mensch Verantwortung für sein eigenes Handeln trägt und dass Respekt gegenüber anderen Religionen fest im ezidischen Glauben verankert ist.
Ein besonders wichtiger Gedanke seiner Rede war ein traditionelles ezidisches Gebet:
„Gott, schütze erst die 72 Völker und dann uns.“
Dieser Satz steht sinnbildlich für die Offenheit und Toleranz des Ezidentums gegenüber anderen Gemeinschaften und Religionen.
Ismet Nokta sprach außerdem über die besondere Bedeutung von Spiritualität und Naturverbundenheit im ezidischen Glauben. Die Erde und alle Lebewesen werden als göttliche Gaben verstanden, denen mit Achtung und Verantwortung begegnet werden soll.
Passend dazu zitierte er den Gedanken:
„Die Welt ist wie ein Garten mit allen Blumensorten – und auch wir sind eine Blume in diesem Garten.“
Neben seiner Ansprache überreichte Ismet Nokta mehreren anwesenden Persönlichkeiten Bilder als Zeichen der Erinnerung und des gegenseitigen Respekts. Dem Bischof wurde unter anderem ein Werk über den Genozid an den Eziden in Shingal übergeben.
Die Übergabe sowie die Rede wurden vom Publikum mit großem Applaus aufgenommen.
An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil. Unter den Anwesenden befanden sich unter anderem Ministerin Dorothee Feller, Münsters Oberbürgermeister sowie hochrangige Vertreter der Kirchen.
Auch Medienvertreter und der WDR begleiteten die Veranstaltungen rund um den NRW-Tag.
Für das Ezidische Hilfswerk war die Teilnahme eine wichtige Gelegenheit, die ezidische Gemeinschaft öffentlich zu vertreten, auf ihre Geschichte und Kultur aufmerksam zu machen und gleichzeitig ein klares Zeichen für Toleranz, Dialog, Frieden und gegenseitigen Respekt zu setzen.
Wir bedanken uns herzlich bei unserem Mitglied Ismet Nokta für die würdige Vertretung des Ezidischen Hilfswerks beim NRW-Tag 2026 in Münster.

